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HarzerHeuschweingross

Seit 1959 produzieren wir in Hattorf am Harz unsere allseits beliebten Harzer Landwurst Spezialitäten. So liegt es nahe, dass die Entstehung von Schweinefleisch und das daraus entstandene Ergebnis, uns und unsere Arbeit eng mit der Aufzucht von Schweinen verbunden hat.

Mit Beginn der Übernahme des Betriebes unserer Eltern im Jahr 1999, war es unser Anliegen, zu einer neuen Kursbestimmung in Sachen  „sinnvoller, machbarer und möglichst naturnaher Schweinehaltung“ beizutragen.

Dieses lohnende Ziel für Mensch und Tier ist bis heute unser Herzensanliegen.

Für den Bedarf an Schweinefleisch, welches wir für unsere gesamten Fleisch und Wurstspezialitäten benötigen, arbeiten wir mit sorgfältig arbeitenden Partnerlandwirten, sowie mit regional- und überregionalen Fleischlieferanten zusammen.
Diese partnerschaftlichen Kooperationen haben sich schon über Jahrzehnte entwickelt und bewährt.

Im Jahr 2006 beschlossen wir einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb zu erwerben und die Aufzucht von Schweinen zu betreiben. Seit dieser Zeit durften wir viel über Schweine lernen.  Auf unserem „Freilandhof in Elbingerode“, züchteten wir die Tiere bis 2014 ausschließlich nur in besonderer „Freilandhaltung“.  Die Schweine aus der Freilandhaltung werden bei uns exklusiv zu unserer beliebten „Wintermettwurst“ verarbeitet.

Um unserem Harzer-Heuschwein eine Heimat zu bieten, bauten wir unseren Freilandhof kurzer Hand komplett um und ließen in diesen Umbau unser gesamtes Wissen, in und um das Schwein mit einfließen. Zusammen  mit unseren hochengagierten Mitarbeitern beobachteten wir die Gewohnheiten der Tiere, ihre Eigenarten und ihr Sozialverhalten. Wir sahen Dinge die sie mochten und nicht mochten, ihr Erkundungsverhalten mit dem Rüssel, ihr Grundbedürfnis der Fortbewegung und wie sie ihr Nest bauten. Das bekannte Nestbaumaterial war Stroh, welches schon einige unserer Partnerlandwirte über Jahre einsetzen.

Die besten Arbeitsergebnisse erzielten wir immer dann, wenn wir dazulernten, und das war nicht immer einfach. Über die ganzen Jahre haben wir ein Gefühl fürs „Gehen“ entwickelt und einen „Weg“ bemerkt. Den ganz speziellen „Weg“ bemerkten wir 2014, wo in Folge unseres Entwicklungsprozesses in Sachen alternativer naturnaher Schweinehaltung, ein ganz neues ungewöhnliches Stallkonzept für uns sichtbar wurde.

Was wir aber vor allem beobachten konnten war:

SCHWEINE LIEBEN HEU ! ! !
Ein bewegungsaktives Leben,
ein Platz zum Suhlen,
ein Platz zum Trinken und Fressen,
ein Platz zum Schlafen und Faulenzen
und ein Platz, um sich fern von alldem zu entleeren.

Der erste Harzer Freiluft Heustall war entstanden.

So stellen wir uns, unter der Ethik des eigenen Handelns, artgerechte Tierunterbringung und Haltung vor.

Der Stall beherbergt vier Bereiche (Klimazonen) und bietet somit genügend Ausweichmöglichkeiten für die unterschiedlichen Notwendigkeiten und Wünsche der Tiere, ähnlich der Bedürfnisse von uns Menschen.

Untergebracht sind am Stall zwei verschiedene Außenbereiche, ein sonniger und ein schattiger Auslauf mit Suhlbereich, welche im Sommer ziemlich ausgebucht sind. Dort kann das Schwein frische Luft tanken, sowie ein ausgiebiges Sonnenbad genießen.

Im Innenbereich des Stalls gibt es ebenfalls zwei Zonen, ein duftend dickes Heubett, wo sich das Schwein beim Liegen inmitten wohlschmeckender Kräuter gut gehen lassen kann. Stroh wird im Heubett als Rohfaserlieferant und zur Strukturergänzung hinzugefügt. Außerdem steht den Tieren eine erhöhte Betonfläche als trittfeste Zone zur Verfügung,  die im Sommer von den Tieren gern als Kühlzone genutzt wird, um den hohen sommerlichen Temperaturen zu entfliehen.

Die Wassertränken sind ausschließlich im Außenbereich angebracht. Gern nutzen die Tiere die Tränken als „Wasserspielzeug“, die besonders im Sommer zur Abkühlung im Suhlbereich dienen.  

Kratzbürsten, Ketten, Bälle und Abkühlungsmöglichkeiten durch Besprühen, stehen den Tieren in Selbstbedienung jederzeit in der „Wellnessabteilung“ zur Verfügung.

Ausreichend Fressplätze liegen etwas erhöht, weitab der Ruheplätze und können von jedem Schwein ständig benutzt werden.

Die Tiere danken uns diesen besonderen Stallbau damit, dass sie den Innenbereich aus ihrem Instinkt heraus, selber nicht verunreinigen und dadurch die Heubetten erhalten bleiben.

„Die Stallluft ist besonders sauber und rein.“

Der Randbereich der Suhle wird von fast allen Tieren als Toilette benutzt. Ebenso wie das Wildschwein in seinem Lebensraum nicht die Kotplätze in der Nähe seiner Ruheplätze anlegen würde.

Dieses natürliche Mistverhalten (Körperpflegeverhalten) der Tiere ist auch der Grund, dass wir auf konventionelle Haltungsmethoden wie Spaltenböden verzichten konnten. Da wir bei unserem Haltungssystem keine Energieformen für Heizung und teure Lüftungstechnik benötigen, lässt sich dieser Stall mit wirtschaftlich-ökonomischen Hintergründen gut in Einklang bringen.

Im Winter bei sehr niedrigen Temperaturen entsteht die Wärme im Liegebereich allein durch die Körperwärme der Tiere. Des weiteren haben wir im Stall die Möglichkeit, Wärmedämmung sowie schützende Abdeckrollos zum Schutz der Tiere einzusetzen.

Die entstandene Eigenwärme der Tiere wird optimal genutzt.

Das Futter besteht in erster Linie aus Getreide wie Gerste und Weizen, welches wir direkt aus der Region von einem unserer Partnerlandwirte beziehen. Ein ganz besonderes Mineralfutter, was ganz speziell für uns hergestellt wird, ist mit Aminosäuren und speziellen ätherischen Ölen angereichert. Heimische Leguminosen wie Erbsen und Bohnen werden ab 2015 den Einsatz von Sojaschrot verringern.

Das Heu: Entgegengesetzt landläufiger Meinung sehen wir die Schweinehaltung angereichert mit Raufutter (Heu) positiv. Dieses hat gesundheitsfördernde Futterbestandteile durch die ätherischen Öle der verschiedenen Pflanzen, ist reich an Omega 3 Fettsäuren und ähnlich zu betrachten, wie bei uns Menschen der gemischte Salatteller zum Steak.